Aktuelles
Ankündigung und Einladung zum
"Tag der offenen Tür" im Clementine Kinderhospital
am Samstag, den 25. Mai 2013, von 13 bis 17 Uhr
Berichtenswertes aus den letzten Monaten
10.000 Euro für die Clowndoktoren
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Die Clementine Kinderhospital - Dr. Christ'sche Stiftung revanchiert sich beim Verein Clown-Doktoren e.V
aus Wiesbaden:
Nachdem das "Clemi" und seine jungen Patienten viele Jahre lang in den Genuss regelmäßiger Visiten der Clown-Doktoren gekommen sind, hat die Stiftung beschlossen, ihre Arbeit mit 10.000 Euro zu unterstützen. Mit Hilfe dieser Spende sollen auch Besuche auf der kinderchirurgischen Station am Standort Bürgerhospital anlaufen und damit die enge Verzahnung des Bereiches Kinder der beiden Häuser weiter gefördert werden.
Interview mit der Vorsitzenden des Stiftungsvorstands Dr. Cathrin Schleussner
in der F.A.Z. vom 22. Februar 2013

Der Artikel beschreibt die gegenwärtigen Aufgaben der Stiftung, erbrachte Leistungen und künftige Projekte sowie ihre Rolle bei den derzeitigen Fusionsverhandlungen zwischen dem Verein Frankfurter Stiftungskrankenhäuser e.V. und der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist
Prof. Alfred Grosser im "Clemi"
Vormittags war er einer der Festredner bei der Veranstaltung im Römer zum 60. Jahrestag des Elysée-Vertrages am 22. Januar 2013, danach besuchte er das Clementine Kinderhospital und ließ sich das "neue" Krankenhaus zeigen:
Prof. Alfred Grosser, Historiker und Publizist aus Paris, Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, ist dem "Clemi" besonders verbunden und immer wieder interessierter Gast und Redner bei verschiedenen Veranstaltungen des Hauses. Denn sein Vater Prof. Paul Grosser hatte als rennomierter Frankfurter Kinderarzt und Chefarzt des Clementine Kinderhospitals der Kindermedizin und dem Krankenhaus zu großer Blüte verholfen, bevor im Nationalsozialismus 1933 die jüdischen Ärzte aus ihren Ämtern vertrieben wurden.
Er emigrierte mit seiner Familie nach Paris und überlebte diesen erzwungenen Neuanfang um nur wenige Wochen.
Auch an ihn erinnert die Gedenktafel im Innengarten des Krankenhauses.
(Siehe auch "Geschichte")

Prof. Alfred Grosser zwischen der Stiftungsvorsitzenden Cathrin Schleussner
und ihrer Vorgängerin Barbara Reschke
Baron David de Rothschild über die Wurzeln seiner Familie in Frankfurt und über das Clementine Kinderhospital
Anlässlich seiner Auszeichnung als "European Banker of the Year" in Frankfurt erinnerte Baron David de Rothschild, Chef des weltweit agierenden Familienunternehmens, in seiner Festrede beim Internationalen Bankenabend der Stadt im Kaisersaal an seinen Ur-ur-ur-Großvater, den Begründer der Bankendynastie Mayer Amschel Rothschild. Es mache ihn sehr stolz, dass man diese Wurzeln in der Stadt immer noch so sehr spüre, etwa durch das Clementine Kinderhospital, das nach einer Verwandten von ihm benannt wurde
(Bericht in der F.A..Z. vom 21. 11. 2012).
Geschichtlicher Hinweis:
Clementine, mit 20 Jahren gestorben, war die Enkelin Nathans, des nach London ausgewanderten Sohnes von Mayer Amschel Rothschild, des Stammvaters der Familie.
Clementine's Mutter Louise Freifrau von Rothschild stiftete 1875 zum Andenken an ihre Tochter das Clementine-Mädchen-Spital.
(Siehe auch unter "Stifter".)

Baron David de Rothschild, ein Nachfahre von Die 5 Söhne des Frankfurter Stammvaters: rechts unten
Baron James de Rothschild Baron James de Rothschild, der nach Paris geschickt wurde
Foto: Titel Managermagazin Postkarte: Rothschild-Museum Frankfurt
Auch Nachwuchs anderer Art wurde dem Clementine Kinderhospital anvertraut

Im Bambusbeet des Innenhofes entdeckt und fotografiert von seinem Architekten Oliver Hantke
Wie oben angekündigt, hier die Ergänzung zum Thema Fleck'sches Mausoleum
von Philipp Heinrich Fleck:Quelle: Q
Publikazion von Dr. Andrea Hampel, Direktorin des Denkmalamtes der Stadt Frankfurt, in "Archäologie in Frankfurt am Main 2006 -2011":
Im Februar 2009 meldete sich die Vorsitzende des Stiftungsvorstandes (Seniorin) des Clementine Kinderhospital Dr. Christ`sche Stiftung, Frau Dr. Barbara Reschke mit der Frage nach einer möglichen Grablege auf dem Gelände des Kinderkrankenhauses. Sie bezog sich auf einen Hinweis in der Festschrift zum 150-jährigen Jubiläum der Stiftung wonach Philipp Heinrich Fleck dort bestattet wurde. Anlass waren Arbeiten im Garten des Hospitals, wobei hinter und unter einem Gebüsch ein Hügel zutage trat (Abb. #1).
Eine Ortsbesichtigung von Hans-Jürgen Semmler und Andrea Hampel bestätigte einen unregelmäßig runden Hügel von rund 10 m Durchmesser, der jedoch aufgrund des Aufwuchses nicht näher erfasst werden konnte.
Die Archivrecherche wies tatsächlich auf eine Grablege an dieser Stelle.
Philipp Heinrich Fleck wurde am 16. November 1740 in Frankfurt am Main als Sohn eines Glasers geboren. Als Tuchhändler in Aachen, Vaals, Hamburg und England erwarb er ein erstes Vermögen, das er nach seiner Rückkehr nach Frankfurt 1802 als Geldverleiher deutlich vermehren konnte. Er förderte unter anderem das Armen- und Waisenhaus und gründete 1813 eine Stiftung für Arme und Bedürftige in die der Ertrag aus seinem Vermögen floss. Die Stiftung wurde 1990 (!) aufgehoben.
Schon zu seinen Lebzeiten ließ er sich ein Grabmal auf einem Gartengrundstück zwischen Waisenhaus und seinem „Bock´schen“ Gartengrundstück, östlich außerhalb der Stadt an der Hanauer Landstraße im Grünen errichten. Dieses Gartenstück hatte er vom Waisenhaus erworben und es fiel zusammen mit dem Grab nach seinem Tod am 1. Mai 1816 an das Waisenhaus zurück; offenbar gab es keine weiteren Verwandten mehr. Dabei sollte das Tempelchen, das über der Gruft errichtet war, ein beliebtes Sonntagsausflugsziel und Spielplatz der Kinder sein.
Im Rahmen der Gartengestaltung des Clementine Kinderkrankenhauses wurde der Hügel gerodet und von Unkraut befreit und trat damit deutlich mit über einem Meter Höhe im Gelände zutage (Abb. #2).
Genau in der Mitte des Hügels war ein Sandsteinsockel vorhanden, der ehemals einen Aufbau trug, den heute nur noch ein großes Zapfenloch in der Mitte belegt (Abb. #3).
Während die Annahme in der Festschrift, wonach es sich um die ursprüngliche Grablege handelt, falsch ist, bestätigt der Sockel den Hinweis des Gedenkens.
Im Zitat der Festschrift von einer Gedenktafel 1845 die Rede, was sich anhand der Inschrift im Sockel nicht nachweisen lässt (Abb. #4).
Ganz im Sinn des Stifters ist die Planung der heutigen Stiftungsnachfolger diesen Bereich in den Garten und besonders in den Kinderspielplatz einzubeziehen, schließlich war schon das Tempelchen über dem ursprünglichen Grab als Tummelplatz für Kinder vorgesehen. Dafür waren die Planungen am Ende des Berichtszeitraums abgeschlossen und sollten 2012 umgesetzt werden.
Im Mai 2009 kam es in diesem Zusammenhang zu einer statischen Untersuchung des Hügels, da geklärt werden sollte, ob ein eventueller Hohlraum vorhanden ist. Zunächst zeigte sich unterhalb des Sockelsteins eine weitere, etwa 0,30 m starke Rotsandsteinkonstruktion. Darunter war der Hügel nach Ausweis der Bohrung tatsächlich ca. 2 m hohl, was für eine gemauerte Grabkammer sprach. Die Ausdehnung und eventuelle Einbauten konnten weder im Rahmen der Bohrungen noch mit einer endoskopischen Untersuchung ermittelt werden.
Aus diesem Grund wurde im August eine Voruntersuchung unter der örtlichen Grabungsleitung von Hans-Jürgen Semmler durchgeführt.
Es zeigte sich ein großes, unterirdisches quadratisches Bauwerk mit einer Kantenlänge von 5,10 m. Auf der Nordseite führen 5 Stufen zu einem jetzt vermauerten Eingang; die Treppe ist auf beiden Seiten durch Mauerwangen eingefasst (Abb. #5). Die Mauerstärke beträgt rund 0,60 m. Gegenüber den Außenmauern ist die eigentliche Abdeckung der Gruft, als flaches Satteldach ausgeführt mit einem Sandsteinplattenbelag auf einer flachen Aufmauerung, deutlich verschoben. Durch diese Verschiebung musste das Quadrat mit einer Kantenlänge von nur noch 4,50 m etwas kleiner ausgeführt werden. Durch die Maßnahme wurde das Bauwerk streng nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet, was grundsätzlich auch den Hospitalgebäuden entspricht. Genau in der Mitte ist am westlichen Rand der Gedenkstein mit den Maßen 1,10 auf 1,10 m auf einer etwas größeren Aufmauerung gesetzt, eine kleine Schräge auf dem „Dach“ macht ihn leicht begehbar. Weiterhin wurde an der Südseite eine Treppenanlage angebaut, wobei die Wand des Ursprungsgebäudes die oberste Treppenstufe bildet (Abb. #6 und #7), dadurch war der Plattenbelag des „Daches“ bequem erreichbar.
Im Bereich der zugemauerten Tür wurde ein kleiner Bereich geöffnet, um die Anwesenheit des Toten zu klären. Dabei zeigte sich im Inneren ein sorgfältig ausgeführtes Tonnengewölbe und ein Sandsteinplattenboden (Abb. #8). Beides wurde offenbar für die Grablege ausgeführt, weshalb auch die Innenmaße des Ursprungsbauwerks nicht zu ermitteln waren. An vier eisernen Vierkantstäben, die in der Decke eingelassen waren, war ein Brett befestigt, auf dem ein einfacher Holzsarg stand. Der Sarg war zusammengebrochen, Reste der Innenauskleidung aus Zinkblech waren erkennbar und im Fußbereich Reste der skelettierten Fußknochen. Nur wenige Teile der Sargbretter waren zu Boden gefallen, an der Westwand lehnte eine Rotsandsteinplatte. Im Anschluss wurde die Öffnung wieder verschlossen.
Eine detaillierte Archivrecherche durch Björn Wissenbach im Auftrag des Denkmalamtes bestätigte die Umbettung Philipp Heinrich Flecks auf das Gelände der Dr. Christ´schen Stiftung. Auf dem Delckeskamp-Plan von 1864 ist direkt vor, d.h. südlich des Kinderhospitals in einem angelegten Garten das Grabmal mit einem imposanten vierkantigen Obelisken zu erkennen (Abb. #9, freundlicher Hinweis B. Wissenbach). Dieser Obelisk wurde offenbar im 2. Weltkrieg beschädigt und lag nach Aussage einer Mitarbeiterin des heute Clementine Kinderkrankenhauses lange im Garten. Heute ist er nicht mehr vorhanden.
Die Sockelinschrift ist in den Frankfurter Hausblättern abweichend vom Befund als „Ruhestätte / Des Herrn Phil. Heinrich Fleck / geb. im November 1740, gest. 1. Mai 1816“ angeben. Bemerkenswert ist die fehlerhafte Angabe des Geburtstags in der ausgeführten, erhaltenen Inschrift mit 17. statt richtig 16. November 1740.
Bei der Gruft handelt es sich eindeutig um den Umbau eines bereits bestehenden quadratischen Bauwerks, bei dem es sich offenbar um einen unterirdischen Raum handelte. Nachweislich wurden bereits im 18. Jh. in den Gartenanlagen Bauwerke errichtet, dazu offenbar auch Lager- und/oder Weinkeller. Ein Parzellenplan von 1836 zeigt neben der Neuplanung der Theobaldstraße, jetzt Theobald-Christ-Straße, auch die vorhandene Bebauung mit exakt diesem quadratischen Keller.
Die Erschließung der neuen Straßen zur Hanauer Landstraße war auch der Grund für die Umbettung. Projiziert man den Ort der ursprünglichen Grablege, wie sie auf dem Ulrichplan von 1832 eingetragen ist, auf die neue Straßenplanung, so kommt sie im Bereich der Straßentrasse zu liegen. In einem Vertrag von1843 verpflichtet sich die Dr. Christ´sche Stiftung zum Unterhalt der Grabstätte; die Umbettung sollte also zwischen diesem Datum und der Eröffnung der Kinderhospitals am 14. Januar 1845 stattgefunden haben.
Eine Beisetzung außerhalb eines Friedhofes ist in Frankfurt außer Fleck nur noch 1772 Johann Christian Senckenberg und 1815 Jakob Guiolett gewährt worden.
Das Aussehen der ursprünglichen Grabstelle ist durch eine detaillierte Beschreibung bei Marie Belli-Gontard (1788-1883) bekannt; auch hier hing der Sarg an Eisenstangen von der Decke eines gewölbten Raumes unter einem Hügel. Darauf stand ein Tempel mit den verschlungenen Initialen Flecks und einer Inschrift nach jeder Seite „Der Freundschaft gewidmet“, „Besucht mich oft wehrend meines Hierseyns“, über der Gruft „Vergesst mich auch in dieser Höhle nicht“ und schließlich „Jenseits des Grabes sehen wir uns wieder“. Auf zwei Postamente ließ er Eiche und Schilf malen mit der Inschrift „So stolz die feste Eiche steht, so bricht sie doch bei starken Winden. Ein Rohr, das leicht sich biegt und dreht wird weniger den Sturm empfinden“ und unter das Schilf „Wie schätzbar bleibt der Mittelstand. Ein Weiser wird ihn stets erheben. Er hält ihn für ein sichres Pfand, in ungestörter Ruh´ zu leben“.
Der Verzicht auf ein Tempelchen nach der Umbettung und statt dessen die Errichtung eines festen steinernen Obelisken könnte mit dem Zustand des Holztempelchens auf dem Grab von Jakob Guiolett zusammenhängen, das bereits wenige Jahre nach der Bestattung von 1815 in der Obermainanlage als beklagenswert und baufällig beschrieben wird.
Bemerkenswerterweise wurde die Grablege auch nach zahlreichen Umbauten im Bereich der Dr. Christ`schen Stiftung, im heutigen Clementine Kinderkrankenhaus, geschont und bleibt auch weiterhin Bestandteil des Gartens.
Allerdings war auch bei der Stiftung das Wissen um die Lage des Grabes verloren gegangen und als 1972 das Grabmal weder auf dem Peterskirchhof noch Hauptfriedhof gefunden werden konnte, wurde der Etatposten gestrichen – zu früh, wie sich jetzt gezeigt hat.
Literatur: Belli-Gontard 1950/51, 72.- Hövels u.a. (1995) 35.- Klötzer (Hrsg.) 1994, 206.- Schmidt-Scharff (1929).